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§7g EStG - Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung

Voraussetzungen

1) Begünstigte Unternehmen

• Gewerbetreibende/Freiberufler

- Betriebsvermögen ≤235.000€ bei Bilanzierenden

- Gewinn ≤100.000€ bei Einnahmen-Überschuss-Rechnung (ohne IAB)

2) Künftige Anschaffung

• Anschaffung/Herstellung voraussichtlich in den dem Wirtschaftsjahr (WJ) des Abzugs folgenden 3 WJ 

3) Begünstigtes Wirtschaftsgut

Abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter (WG) des Anlagevermögens

  (sowohl gebraucht, als auch neu)

• Betriebliche Nutzung (mind. zu 90%) in inländischer Betriebsstätte bis Ende des der Anschaffung/Herstellung folgenden WJ

 

Steuereffekt

• Vor Investition (§7g (1) EStG)

- Bis zu 40% der voraussichtlichen Anschaffungs- und Herstellungskosten (AK/HK) können außerbilanziell gewinnmindernd abgezogen werden 

- Beträge dürfen je Betrieb 200.000€ nicht übersteigen (IAB des WJ und der drei vorangegangen WJ)

- Beachte: Fiskalkredit! 15 Monate zinslos

• Im Jahr der Investition (§7g (2) EStG)

- Bis zu 40% der AK/HK können außerbilanziell gewinnerhöhend hinzugerechnet werden

- Max. in Höhe des in Anspruch genommenen Abzugsbetrages

- AK/HK können höchstens um die Hinzurechnungen gewinnmindernd herabgesetzt werden

• Unterbliebene Investition (§7g (3), (4) EStG)

- Nicht in Anspruch genommene IABs sind (rückwirkend!) rückgängig zu machen

- Wurde der Gewinn bereits festgesetzt, ist der Bescheid nach §175 AO zu ändern

  (auch wenn bereits bestandskräftig)

→ Rückwirkende Verzinsung nach §233 AO

- Gleiches gilt bei nicht 90%-iger betrieblicher Verwendung  in einer inländischen Betriebsstätte innerhalb des WJ und des folgenden WJ

• Zusätzlich Sonderabschreibung (§7g (5), (6) EStG)

- Im Jahr der Anschaffung/Herstellung eines WG und in den folgenden vier WJ können max.  bis zu 20% der AK/HK, neben der regulären AfA,

  geltend gemacht werden, wenn 

1) Betrieb bis zum Schluss des WJ nicht die Größenmerkmale begünstigter Unternehmen überschreitet

2) WG wird im Jahr der Anschaffung/Herstellung und im darauffolgenden WJ (fast) ausschließlich betrieblich genutzt

 

Vorteile

• Verbesserung der Wettbewerbssituation kleinere und mittlerer Unternehmen

→ Liquidität und Eigenkapitalbildung wird unterstützt und Investitions- und Innovationskraft gestärkt

→ Vorverlagerung von Abschreibungspotenzial je Betrieb

• Großunternehmen können Größenmerkmale  durch Gründung einer Tochtergesellschaft umgehen 

• Bilanztechnische Probleme werden vermieden, aufgrund des außerbilanziellen Abzugs 

• Gesamtabschreibung des ersten Jahres liegt bei 52%

   (40% IAB + 20% Sonderabschreibung)

   Beispiel: AK=100 → IAB i.H.v. 40% abziehbar → verbleiben 60 → darauf 20% Sonderabschreibung → verbleiben 48 und 52 konnten abgezogen werden

• Weder Investitionsabsicht noch Benennung von Investitionsgütern nötig (max. 200.000€ IAB möglich)

• Fiskalkredit von 15 Monaten

• Doppeltes Wahlrecht, ob und in welcher Höhe IAB gebildet werden kann

 

Nachteile

• Strafverzinsung bei unterlassener Investition (§233a AO)

• Abweichung zwischen Handels- und Steuerbilanz

 

Verlängerte Investitionsfrist aufgrund der Corona-Krise

• Die in 2020 endenden Fristen werden aufgrund möglicher Investitionsausfälle um ein Jahr verlängert

 

 

Diese Zusammenfassung als PDF:

§7g EStG.pdf (873,7 KiB)

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