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Abgrenzung Erst- & Zweitausbildung - Auswirkungen auf das Kindergeld-

§32 Abs. 4 Satz 2 und 3 EStG  ist zuständig für die Regelung des Kindergeld bzw. Kinderfreibetrages für Kinder, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Hiernach ist eine Abgrenzung zwischen einer erstmaligen Ausbildung und einer weiteren Ausbildung bedeutsam, weil nur im Falle einer weiteren Ausbildung eine Erwerbstätigkeit des in Ausbildung befindlichen Kindes zu einer Versagung des Kindergeldes bzw. des Kinderfreibetrags führen kann.

Mit Urteil vom 11. April 2018( III R 18/17, DStR 2018, 1164) hat sich der BFH näher zur Abgrenzung zwischen einer Erstausbildung und einer weiteren Ausbildung geäußert.

Nach der BFH- Rechtsprechung liegt eine Erstausbildung bei einer mehraktigen Ausbildungsmaßnahme vor, wenn sich ein enger sachlicher(z. B. dieselbe Berufssparte, derselbe fachliche Bereich) und zeitlicher Zusammenhang ergibt.

Das FG Düsseldorf hat hierzu mit Urteil vom 6. Dezember 2017 eine für den Kindergeldbezug negative Entscheidung getroffen. Es hat entschieden, dass die praktische Berufstätigkeit in einem bereits erlernten Beruf keine Berufsausbildung i.S. des Kindergeldrechts (§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a) EStG) darstellt.
Dies besteht auch, wenn die praktische Berufstätigkeit eine zwingende Voraussetzung für den Abschluss einer weiteren Ausbildung darstellt und zählt somit nicht als eine Berufsausbildungsphase, sondern als berufstätig. Es wird auch nicht angenommen, dass sich das Kind in einer Übergangszeit zum angestrebten nächsten Berufsausbildungsabschnitt (§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c) EStG) befindet, denn die Berufserfahrung steht im Vordergrund und nicht das Warten auf einen (Zweit-) Ausbildungsplatz.

 

Quelle: www.steuerberater-verband.de

 

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