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§6b EStG - Übertragung stiller Reserven bei der Veräußerung bestimmter Anlagegüter

§6b EStG - Übertagung stiller Reserven bei Veräußerung bestimmter Anlagegüter

Voraussetzungen

1) Begünstigtes Wirtschaftsgut (WG) 

→ Grund und Boden

→ Aufwuchs auf Grund und Boden beim land- und forstwirtschaftlichen Betriebsvermögen

→ Gebäude

→ Binnenschiffe

→ Anteile an Kapitalgesellschaften beim Verkauf durch natürliche Personen oder Personengesellschaft, an denen keine Körperschaft beteiligt ist

2) Veräußertes WG hat mind. sechs Jahre ununterbrochen zum Anlagevermögen einer inländischen Betriebsstätte gehört

3) Die angeschafften oder hergestellten WG gehören zum Anlagevermögen einer inländischen Betriebsstätte

4) Gewinnermittlung nach §4 (1) oder §5 EStG (bei Bilanzierenden), also nicht §4 (3) EStG

5) Entstandener Gewinn bleibt bei der Ermittlung des im Inland steuerpflichtigen Gewinns nicht außer Ansatz

6) Der Abzug, die Bildung und die Auflösung von Rücklagen müssen in der Buchhaltung verfolgt werden können

 

Steuereffekte

Bietet die Möglichkeit,

• Gewinne aus der Veräußerung bestimmter WG von den Anschaffungs- und Herstellungskosten bestimmter Neuinvestitionen erfolgsneutral 

   abzuziehen

• die aufgedeckten stillen Reserven von veräußerten WG  auf andere neu angeschaffte Ersatzwirtschaftsgüter zu übertragen, indem

→ im Wirtschaftsjahr des Verkaufs der Veräußerungsgewinn von den Kosten für das neu angeschaffte WG abgezogen wird

→ oder es wird eine gewinnmindernde Rücklage gebildet, die auf die in den folgenden vier bis sechs Wirtschaftsjahren angeschafften WG 

    übertragen wird

 

Vorteile

• Erleichterung der strukturellen Anpassung für Unternehmen 

• Steuerliche Hindernisse für die Veräußerung von WG des Anlagevermögens sollen abgebaut werden

• Durch die Übertragung der stillen Reserven auf Reinvestitionsgüter, werden dem Unternehmen Finanzierungsmittel für Neuinvestitionen verschafft

 

Nachteile

• Zweckbindung

  Aus dem Veräußerungsgewinn soll eine Reinvestitionsmaßnahme entstehen

  Bleibt dieses jedoch aus, so ist die gewinnmindernde Rücklage nach Ablauf der Frist (vier bis sechs Jahre) aufzulösen

Diese Zusammenfassung als PDF:

§6b EStG.pdf (794,6 KiB)

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