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Sofortabzug eines Disagios als Werbungskosten

Ein Disagio (Damnum) ist nur dann nicht sofort als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abzugsfähig, wenn es sich nicht im Rahmen des am aktuellen Kreditmarkt Üblichen bewegt. Wird eine Disagio-Vereinbarung mit einer Geschäftsbank wie unter fremden Dritten geschlossen, ist dies ein Beweisanzeichen für die Marktüblichkeit.

Mit diesem Urteil weicht der Bundesfinanzhof von der Auffassung der Finanzverwaltung ab, wonach ein Disagio von höchstens 5 Prozent noch als marktüblich angesehen werden kann.

Was marktüblich ist, ist nach den aktuellen Verhältnissen auf den Kreditmarkt bezogen auf das konkrete finanzierte Objekt zu entscheiden, so der Bundesfinanzhof.

Die Marktüblichkeit an einen festen Zinssatz zu koppeln, wie das die Finanzverwaltung macht, kommt insoweit nicht in Betracht.

(Urteil des Bundesfinanzhofs vom 08.März 2016, Aktenzeichen IX R 38/14)

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