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Steuertipps für Vermieter und alle Steuerpflichtigen

Handwerkerleistungen im und am Haus sind steuerlich abzugsfähig

 

Aufpassen in den ersten drei Jahren

In den ersten drei Jahren nach dem Immobilienkauf sollten Vermieter die Höhe ihrer Ausgaben für Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten unbedingt im Auge behalten. Sie dürfen diese nur dann über die kurze Dauer von ein bis fünf Jahren als Werbungskosten geltend machen, wenn ihre Ausgaben ohne Umsatzsteuer höchstens 15 Prozent der Gebäudekosten ausmachen. Sonst müssen sie die Kosten doch über die lange Zeit von 40 oder 50 Jahren verteilen.

 

 

Beispiel 15-Prozent-Grenze

Der Wert des Gebäudes wird auf 236 800 Euro taxiert (hier hält das Bundesfinanzministerium ein hilfreiches Ermittlungstool bereit).

Somit hält der Vermieter die 15-Prozent-Grenze ein, wenn er ohne Umsatzsteuer höchstens 35 520 Euro ausgibt in den ersten 3 Jahren nach der Anschaffung.

 

Grundsätzlich für alle Steuerpflichtigen gilt:

Für Handwerkerleistungen im Haushalt gibt es Steuernachlässe. Was der Fiskus fördert (Das Bundesfinanzministerium hat in einem aktuellen Schreiben (BMF, Az. IV C4 - S 2296-b/07/0003:004) eine Übersicht anerkannter Arbeiten zusammengestellt und Zweifelsfragen geklärt), darunter fallen zum Beipiel:

 

  • Austausch von Bodenbelägen wie etwa Teppich, Parkett, Fliesen
  • Streichen, Tapezieren, Lackieren, Verputzen von Innen- und Außenwänden
  • Modernisierung von Bädern, Fenstern, Türen, Austausch von Heizungs-, Strom, Wasser-, Gasanlagen sowie von Haushaltsgeräten - Waschmaschine, TV, Geschirrspüler, PC
  • Pflaster-, Garten- und Wegebauarbeiten auf dem Grundstück
  • Asbest- und Brandschadensanierung sowie Aufstellen eines Baugerüsts, Wartung oder Reinigung von Abfluss- und Abwasserrohren
  • Wartung, Reparatur von Fahrstuhl, Feuerlöscher, Fußbodenheizung
  • Graffiti- und Hausschwammbeseitigung, Montage von Insektenschutzgittern oder Kellerschachtabdeckungen
  • Kaminkehrer, Klavierstimmer

 

Arbeiten rund ums Haus

Wer Handwerker oder Dienstleister für Arbeiten in seinem Haushalt beauftragt wird steuerlich gefördert.  Die Finanzverwaltung hat jetzt klargestellt, was alles zum Haushalt gehört und welche Tätigkeiten begünstigt sind:

 

Grundsatz

Arbeiten in Wohnung, Haus und Garten sind steuerlich begünstigt. Der Fiskus sponsert die Tätigkeiten von Helfern im privaten Haushalt allerdings nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen. Die Steuerbeträge gibt es, wenn Steuerzahler einen Minijobber, einen Dienstleister oder einen Handwerker beauftragen. Abzüge sind also auf drei Positionen verteilt und lassen sich kombinieren.

 

Höchstbeträge

Wer gegen Rechnung eine Haushaltshilfe, Betreuungspersonal, einen Gärtner, Fensterputzer oder Schneeräumdienst beauftragt, kann 20 Prozent seiner Ausgaben von bis zu 20 000 Euro absetzten -  das bringt einen maximalen Steuerbonus von 4000 Euro. Für Handwerkerrechnungen bis 6000 Euro sieht das Budget des Finanzamtes zusätzlich einen 20-pozentigen Kostenabzug vor. Die Erstattung kann hier maximal 1200 Euro betragen.

 

Zweifelsfragen geklärt

Das Bundesfinanzministerium hat in einem aktuellen Schreiben (BMF, Az. IV C4 - S 2296-b/07/0003:004) eine Übersicht anerkannter Arbeiten zusammengestellt und Zweifelsfragen geklärt:

 

Öffentliche Gelände?

Laut BMF beteiligt sich der Fiskus nicht nur an Kosten für Leistungen, die auf privatem Grund erbracht werden, sondern auch Aufwendungen auf öffentlichem Gelände. Wer als Eigentümer oder Mieter verpflichtet ist, die Straße/Gehwege vor dem Grundstück von Schmutz, Eis oder Schnee zu reinigen, kann die Auslagen als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich absetzen. Gleiches gilt für Kosten wegen Verlegung von Anschlussleistungen.

 

Im Haushalt?

Die haushaltsnahen Dienstleistungen und handwerklichen Tätigkeiten müssen im Haushalt/Grundstück des Auftraggebers erbracht werden.

 

Neubauten?

Laut BMF sind nun auch Wohnraumerweiterungen begünstigt. Wer einen Wintergarten anbauen oder das Dachgeschoss ausbauen lässt, kann die Kosten der Handwerkerleistungen steuerlich geltend machen. Abziehbar sind Lohn- und Fahrtkosten für Material.

Wichtig: Bei reinen Neubauten - also noch nicht bezogene Wohnungen - können private Auftraggeber die Aufwendungen für Handwerkerleistungen nach wie vor nicht steuerlich geltend machen.

 

Schornsteinfeger?

Bis einschließlich 2013 können in der Steuererklärung die vollen Rechnungsbeträge für die jährliche Wartung und Feuerstättenschau eines Schornsteinfegers als Handwerkerleistungen abgezogen werden. Ab der Steuererklärung 2014 kann nur noch das Entgelt für gesonderte ausgewiesene Reparatur- und Wartungsarbeiten an der Heizungsanlage geltend gemacht werden. Aufwendungen für Mess- und Überprüfungsarbeiten sowie die Feuerstättenschau sind dann nicht mehr abziehbar.

 

Barzahlung?

Barzahlung ist tabu. Der Fiskus beteiligt sich nur an den Kosten, die per Überweisung oder Verrechnungsscheck erfolgen und mit Rechnung nachgewiesen werden können. Der Fiskus akzeptiert nur Arbeitskosten einschließlich der in Rechnung gestellten Maschinen. und Fahrtkosten. Materialkosten sind nicht absetzbar.

Ausnahme: Verbrauchsmaterial (z. B. Schmier- oder Reinigungsmittel).

 

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