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Nachträglicher Schuldzinsenabzug bei Erlösen aus Vermietung und Verpachtung

Nach der BFH- Entscheidung vom 6. Dezember, besteht eine Abziehbarkeit von Schuldzinsen als nachträgliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung nach Veräußerung eines Mietobjekts dann, wenn mit dem Veräußerungserlös eine neue Einkunftsquelle (z. B. eine neue zur Vermietung bestimmte Immobilie) angeschafft wird (sog. „Surrogationsbetrachtung“). 
Bei Reinvestition in ein anderes Mietobjekt stellen die Schuldzinsen Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung dar.

Für eine Berücksichtigung von Schuldzinsen bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, ist die Einsetzung des Erlöses aus der Veräußerung des mit einem Darlehen fremdfinanzierten Vermietungsobjektes zu beachten.
Ein Werbungskostenabzug der Schuldzinsen(ggf. anteilig in Höhe des verwendeten Erlöses) ist nur dann möglich, wenn im Veranlagungszeitraum der Veräußerung schon eine Reinvestition geplant ist (hierfür muss der Steuerpflichtige eine neue, gleichfalls kreditfinanzierte Anlageentscheidung treffen, durch die das Objekt des Kreditbedarfs ausgewechselt wird und die Änderung der Zweckbestimmung des Darlehens nach außen hin, an objektiven Beweisanzeichen feststellbar, in Erscheinung tritt) und dieses Objekt auch tatsächlich angeschafft wird.
Bleibt die Reinvestition aus, ist darauf abzustellen, ob der Veräußerungserlös zur Ablösung des Darlehens ausgereicht hätte. Nur soweit der Veräußerungserlös nicht zur Ablösung ausgereicht hätte, kommt in diesen Fällen ein Werbungskostenabzug (weiterhin) in Betracht.

Nach dem BFH ist eine Surrogationsbetrachtung und ein wirtschaftlicher Zusammenhang der Schuldzinsen mit  der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung nicht begründet, wenn eine nicht durch eine tatsächliche Verwendung einer (angeblichen) Reinvestition des Veräußerungserlöses in ein noch zu erwerbendes Vermietungsobjekt vorliegt.

 

 

Quelle: https://www.steuerberater-verband.de/

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